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Das neue Urheberrecht: Highway oder Sackgasse?

Die Gesellschaft steht mitten in einem Umbruch. Wie damals bei der Erfindung des Buchdrucks. Die neuen Informationstechnologien, zum Beispiel Internet und Mobiltelefonie, eröffnen unzählige Chancen, aber auch Risiken.

 

Wie wird sichergestellt, dass Künstler und Forscher für ihre Tätigkeit weiterhin einen verdienten Lohn erhalten? Was hat es für Auswirkungen, wenn eine Kopie und ihr Original identisch sind? Welche Befugnisse haben die Nutzer? Wie kann der Zugang zu digitalen Inhalten gesichert werden? Ist die Digitalisierung eine Sackgasse oder im Gegenteil ein Highway? Mit diesen Fragen stehen wir mitten in der vielschichtigen Diskussion rund um Urheberrecht, Informationsfreiheit und Konsumentenschutz.

Digitale Welt: Segen …

Die rasante Entwicklung der Digitaltechnologie hat den Umgang der Gesellschaft mit Information und das Kulturschaffen grundlegend verändert. Nutzer und Konsumenten haben Zugang zu Inhalten aus der ganzen Welt und können diese kopieren und speichern. Gleichzeitig sind in der Unterhaltungsbranche neue Produktions- und Vertriebsformen entstanden: Mit «Digital Rights Management»-Systemen können Werke und geschützte Leistungen viel einfacher angeboten und online vermarktet werden. Davon profitieren auch die Nutzer und Konsumenten. Anstatt Musik, Filme, Bücher oder auch Software in einem Geschäft zu kaufen, beschaffen sie sich diese online. Und diese «Inhalte» lassen sich ohne Qualitätsverlust über das Internet kopieren und weiterverbreiten.

… oder Fluch?

Der Konsument kann deshalb auch Unerlaubtes tun. Die Folge: Die Kulturwirtschaft geht leer aus, und der Anreiz, kulturelle Inhalte zu schaffen, wird kleiner. Die Unterhaltungsbranche hat auf das veränderte Verhalten reagiert – sie schützt die von ihr vermarkteten Kulturgüter mit «technischen Massnahmen», wie zum Beispiel Kopiersperren auf CD und DVD, und bekämpft unlizenzierte Internet-Tauschbörsen.

 

Diese technischen Massnahmen können aber auch legale Nutzungen, beispielsweise die Anfertigung einer Privatkopie, verhindern. Konsumenten und Nutzer befürchten ausserdem, dass sie die Anwendung und die Weiterentwicklung von Technologien zur Informationsvermittlung sowie den Zugang zu bereits bestehenden Werken einschränken könnten. Konsumenten, Bildungsinstitute und die Industrie fordern deshalb, dass die Grenzen des Urheberrechts im digitalen Zeitalter klarer definiert werden.

Die internationalen Abkommen

Die Reaktion auf diese vielfältigen Spannungsfelder sind zwei Abkommen, die 1996 unter der Schirmherrschaft der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) entstanden sind. Es sind Leitplanken für die Mitgliedstaaten der WIPO – für eine Anpassung des Schutzes von Urhebern, Musikinterpreten und Tonträgerherstellern an die modernen Kommunikationstechnologien.

 

Auch die Schweiz will diesen Abkommen beitreten, sich so an der internationalen Harmonisierung des Urheberrechts beteiligen und deshalb das Urheberrechtsgesetz revidieren.

 

 
Diese Website ist ein Service Public des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum (IGE)

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